Die Besteigung des Mount Giluwe in Papua-Neuguinea

Die Besteigung des Mount Giluwe war für mich ein Herzenswunsch für 2025.
2024 stand ich bereits auf dem Mount Ialibu, und da ich zwischen beiden Bergen lebe und jeden Morgen den Gipfel des Giluwe sehe, wollte ich dieses Abenteuer unbedingt wagen.

Bevor wir starteten, spürte ich allerdings auch Respekt – und ja, ein bisschen Bedenken. Alleine mit drei Männern in einer abgelegenen Region von Papua-Neuguinea zu trekken und dann noch in einer feuchten, engen Höhle zu übernachten… dafür braucht man Mut. Aber etwas in mir sagte: Du wirst wachsen, wenn du es tust.

Gemeinsam mit Earick fahre ich nach Mount Hagen, wir kaufen Proviant und nehmen anschließend den öffentlichen Bus – zwei Stunden über eine kurvige Bergstraße bis nach Nemarep. Dort empfangen uns die Bewohner so herzlich, dass meine anfängliche Unsicherheit sofort kleiner wird. In der Kunai-Hütte beziehe ich mein einfaches Bett und spüre bereits die Aufregung für den nächsten Tag.

Am Feuer kocht Monika für alle Reis, Süßkartoffeln und Gemüse. Wir erzählen Geschichten, lachen, und die Menschen wollen so viel über mein Leben in Deutschland wissen. 

Früh am Morgen starten wir: Earick, Pora, Puap und ich. Weil Puap Knieprobleme hat, gehen wir langsam und machen viele kleine Pausen. Der Regen hat die Wege schlammig und rutschig gemacht, trotzdem liebe ich jeden Schritt durch den dichten Urwald mit seinen uralten Bäumen. Der Aufstieg fordert mich, aber als wir den Wald verlassen und das Grasland erreichen, bin ich überwältigt.

Vor uns breiten sich einsame Täler, kleine Seen und klare Bäche aus – eine wilde, unberührte Landschaft, in der wir die einzigen Menschen sind. Wir trinken frisches Wasser aus dem Bach und steigen weiter zur Höhle auf. Sie liegt versteckt, steil, nasskalt – und ich frage mich, wie wir hier alle schlafen sollen und ob ich das wirklich schaffe.

Doch die Männer kümmern sich sofort um Feuerholz, und in der kleinen Höhle entsteht langsam Wärme und Geborgenheit. Ich bekomme den besten Platz zugewiesen, und trotz anfänglicher Rauchschwaden wird es gemütlich. Wir sitzen am Feuer, erzählen Geschichten über den heiligen Berg Giluwe, und irgendwann fallen mir die Augen zu. Das Feuer wird die ganze Nacht bewacht – ein Gefühl von Schutz, mitten in der Wildnis.

Am nächsten Morgen wache ich auf – keine Rückenschmerzen, keine Kälte, nur Vorfreude. Nach Kaffee und Süßkartoffeln geht es weiter über offene Grasflächen, begleitet von Wind, Einsamkeit und unglaublichen Panoramen. Es ist anstrengend, ich muss kämpfen, aber ich WILL den Gipfel erreichen.

Und gegen Mittag stehen wir oben. Ich hatte gehofft, mein Dorf Walum zu sehen, doch dazwischen liegen tiefe Täler und neue Bergkuppen. Überall entspringen Wasserquellen, die weiter unten zu reißenden Flüssen werden.

Auf dem Rückweg fühle ich mich erfüllt und dankbar  für den Mut, den ich aufgebracht habe und für die wunderbaren Menschen, die mich begleitet haben. Am Abend erreichen wir wieder Nemarep, sitzen am Feuer, kochen zusammen und teilen unsere Erlebnisse.

Es hat sich tausendfach gelohnt. Ich habe so wertvolle Menschen kennengelernt – und ein Stück von mir selbst.

Wer hat Lust, 2026 mit mir und den Menschen vom Peraka-Tribe den Mount Giluwe zu erleben?

Christina Grupe 🌿⛰️✨