Transsibirische Eisenbahn – einmal entschleunigen bitte!

Go-East Reisen Geschäftsführer
Entschleunigung pur – das ist eine Reise mit der Transsibirischen Eisenbahn.

Die Fahrt auf der längsten Bahnstrecke der Welt lässt mich in einen Zustand völliger Entspannung verfallen. Ich komme aus dem hektischen Alltag, setze mich in das Flugzeug nach Moskau, fahre durch eine pulsierende Stadt, die Sie mit einplanen sollten ( siehe meinen Reisebericht Moskau), komme am Bahnhof an und steige dann in meinen Wagon, mein Abteil. Schon jetzt fange ich an, ruhiger zu werden. Die Schaffnerin bringt mir die Bettwäsche. Ich schaue mich im Abteil um, verstaue den Koffer und nachdem ich das Bett gemacht habe, setzt sich auch schon der Zug in Bewegung. Man sieht langsam Moskau vorbeigleiten, kein Stau hält uns mehr auf. Es folgt das Einstimmen in den Rhythmus des Zuges und langsam kommt alles zur Ruhe.

Auf dem Korridor läuft die Schaffnerin entlang und fragt jeden Gast, ob er noch etwas braucht. In einer 2 Personen im Abteil der Transsibirischen EisenbahnEcke steht auch der Samowar und verstärkt die heimelige Atmosphäre. Heißes Wasser steht immer zur Verfügung. Nach der ersten Nacht schlurft man dann in die Waschabteilung, die je nach Alter des Zuges schon mal etwas abgegriffen aussehen kann, aber immer sauber ist.

Dann mache ich mich gemeinsam mit meinen Mitreisenden ans Frühstück. Hierzu kann man in den Speisewagen gehen oder man teilt sich die Dinge, die jeder dabei hat. Durch diese Gemeinsamkeiten lernt man unglaublich schnell seine Mitreisenden kennen und ich komme im Laufe der Zeit mit allen im Wagon ins Gespräch. Es finden sich immer Mittel und Wege der Kommunikation und ich finde schwerlich Zeit , mich über die mitgebrachten Bücher oder den E-Book Reader herzumachen. Zwar sind Russlands Städte wesentlich besser mit WiFi und schnellem Internet ausgestattet als Deutschland aber auf den langen Strecken der Transsibirischen Eisenbahn gibt es natürlich noch einige Lücken und der Reisende kann sich wieder in der alten Kommunikationsform des Miteinander Redens betätigen. Selbst Angehörige der Generation Y finden daran Gefallen. Die Landschaft, durch die der Zug hingleitet ist über viele Kilometer gleichbleibend und man verfällt in eine Art transsibirische Trance, die durch die gleichmäßigen Geräusche des Zuges unterstützt werden. Schon am zweiten Tag fällt langsam aller Stress von einem ab und der Mensch hat wieder die Gelegenheit, seine innere Ruhe zu finden.

Transsibirische Eisenbahn

Dann kommt der Ural, den man auf dem  Weg nach Ekaterinburg durchquert und der Zug verlässt Europa. Wir bleiben in unserem Abteil und werden es vielleicht nicht einmal mitbekommen, dass wir unseren Kontinent verlassen haben. Die Städte durch die wir fahren, liegen alle wie Perlen auf der Kette an der Transsibirischen Eisenbahn underzählen viel von der Geschichte Russlands, die Entdeckung Sibiriens und der Eroberung des Wilden Ostens. Die Bahnhöfe auf der Strecke zeigen gern ihre Pracht aus der Zarenzeit und die Verweilzeit auf den Bahnhöfen reicht  immer aus, um sich mit den örtlichen kulinarischen Spezialitäten einzudecken. Die vielen Babuschkas bereiten landestypische Köstlichkeiten zu: Pelmeni, eingelegte Gurken, Blinis und vieles mehr.

Mein Zug fährt durch  Perm (Stadt der Kunstgalerien), Omsk, Tomsk, Novosibirsk (Eisenbahnmuseum) und kommt dann nach Irkutsk und zur Perle Sibiriens , den Baikalsee (zum Reisebericht Baikalsee). Hier empfehle ich jedem Reisenden den Zug verlassen und sich ganz dem Zauber dieses sibirischen Meeres ergeben. Auf Olchon , einer sagenumwobenen Insel im Baikalsee, gib es noch etwas von dem archaischen Leben in Sibirien zu sehen und zu erleben. Wenn man seinen Fuß auf den Schamanenfelsen setzt, dann weiß man, dass dieser Ort heilig ist. Man wird davon durchdrungen.  Selbst Paulo Coelho hat das in seinem Buch „Aleph“ genau beschrieben und sich von der Atmosphäre tief beeindrucken lassen. Es ist der Zauber Sibiriens.Auf der Fahrt mit der Transsibirischen Eisenbahn kommen die Reisenden am Baikalsee nicht vorbei.